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Pausenlos

Hallo ihr lieben!

Heute habe ich mal nichts Kreatives für euch. Ich mag einfach nur ein bisschen von der Leber weg erzählen, bloggen eben.

Gestern war ein ziemlich heftiger Tag. Es kündigte sich eigentlich schon vorher an, aber gestern früh war einfach Schicht im Schacht. Mamas Akku war leer. Eigentlich habe ich wirklich keinen Grund mich zu beklagen, wir haben wirklich – und ich meine wirklich – ein liebes Kind! Sie schreit nur bei Hunger oder Müdigkeit bzw. wenn sie überreizt ist. Und bei Bauchweh. Aber niemals grundlos. Ich würde schon sagen eher selten, wenn man sich andere Babys so anschaut. Aber gestern früh, als sie nach dem Stillen kurz angefangen hat zu quengeln (wieso eigentlich?!) ist mir der Kragen geplatzt und ich hab sie laut angeschrien. Hätt nur noch gefehlt, dass ich grob geworden wäre, aber ich hab sie dann schnell abgelegt. Der Papa stand neben mir und dann bin ich in Tränen ausgebrochen und zusammengesackt. „Wie kannst du nur?“ war mein erster Gedanke. Ich hab mich so geschämt, war am Boden zerstört, mit den Nerven am Ende! Das arme Kind kann ja wirklich nichts dafür und weiß gar nicht was los ist, ihr geht’s schlecht, Mama geht’s schlecht und dann noch so’n Geschrei dazu… Der arme Papa hat gleich zwei weinende Mädchen und weiß nicht wohin zuerst.

Stille kehrt ein.

Alle haben sich inzwischen etwas beruhigt.

Klarer Fall von Überforderung. Und pausenloser Bereitschaft.

So sehr ich meine Tochter auch liebe und es genieße bei ihr zu sein, für sie da zu sein. Aber auch Mama braucht mal Feierabend! Tagein tagaus seit ihrer Geburt bin ich für sie da. Ohne Unterbrechung. Zwar kümmert sich der Papa auch sehr oft nach Feierabend um sie und spielt, kuschelt und betüddelt sie (thanks soooo much!) und ich hab ein wenig Zeit zum Basteln oder auf der Couch zu chillen. Aber was nutzt das, wenn ich nicht richtig abschalten kann, trotzdem noch mit einem Auge oder Ohr dabei bin, weil wir alle im selben Raum sind und allerspätestens nach zwei Stunden wieder mein Typ verlangt wird, weil jemand lauthals Hunger schreit. Stillen ist wirklich wunderschön und gesund und so intim. Ich bin definitiv pro Stillen. Aber es macht auch so abhängig. Das wird mir in diesem Moment klar. Wenn man stillt, ist man ständig in Alarm- und Rufbereitschaft. Und da haben wir auch den „Übeltäter“ für Mamas Gefühlschaos.

Ich brauchte also dringend eine Pause. Da ich es sowieso bitter nötig hatte und schon anderthalb Jahre nicht mehr dran war, ging es ab in die Stadt zum Friseur. Einmal Verwöhnprogramm bitte! Aber obwohl der Papa in der Zeit fernab spazieren war, konnte ich mich nicht fallen lassen. Innere Unruhe und der ständige Blick zur Tür bzw. auf die Uhr ließen klar werden, gleich ist wieder Zeit für die Fütterung. Das Haare schnibbeln musste auch noch zum Stillen kurz unterbrochen werden. Danach sind die beiden wieder abgedampft und ich konnte wirklich abschalten und sogar beim monotonen Föhngeräusch wegdösen. Nach 45 Minuten war dann schon wieder alles vorbei. Der Friseur war fertig mit mir, ich machte die Augen auf und das erste was ich neben mir sah war der Papa mit unserem Fratz. Hmpf. Ja es war schön von einem friedlichen Fratz angegrinst zu werden – aber äääääh, schon wieder Baby. Ich hatte also effektiv nur 45 Minuten Zeit für mich allein. Aber das tat auch gut und war bitter nötig! Danach war ich dann auch etwas entspannter.

Um die Endorphine noch ein wenig herauszukitzeln waren wir danach noch bei Esprit nach einer Jeans schauen. Ich habe nämlich die letzten Tage meinen Kleiderschrank umgekrempelt, aufgeräumt und aussortiert und keine passende Jeans gefunden. Zu groß, zu klein, kaputt und 3/4-Hosen. Ich lauf nämlich immer noch mit der Umstandshose rum. Das nervt an! Einfach weil die Hosen, die ich vor der Schwangerschaft getragen habe, zu groß geworden sind. Nach 16 Wochen nun also eeeendlich wieder eine normale Jeans ohne Bauchbündchen. Yeah! Mama wieder happy!

Hab ich erwähnt, dass ich sogar ein bisschen Haarausfall habe? Bei meiner Prachtmähne fällt das vielleicht nicht gleich auf, aber was ich da so täglich rausbürste ist schon immens! Und ich glaub, wenn ich so unter Strom stehe und angespannt und gestresst bin, wirkt sich das auch auf die Milchbildung aus. Dann hängt unser Mäuschen wieder länger am Nippel und Mama wird leicht ungehalten. Was sagt mir das nun für die Zukunft? Gib dich nicht völlig auf und kümmer dich ab und zu mal um dich selbst!

Tja, das ist dann wohl der Nachteil, wenn man so weit weg von der eigenen Familie wohnt. So sehr ich das auch genieße und die hiesige Umgebung liebe, so sehr fehlt es mir aber auch einfach mal zu sagen „Oma, kannst du mal…“. Die langen Autofahrten von +/- 6 Stunden lassen das aber nicht mal eben so zu und erfordern Organisation und das nötige Kleingeld. Allein fahre ich die Strecke bestimmt nicht und die Bahn ist zu teuer. Busse dauern noch länger. Also heißt es warten, bis der Papi mal wieder Urlaub hat. Bald ist es auch wieder soweit! Ich zähle schon die Tage 😉

Ganz nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ hab ich also seit gestern Kind-frei. Der Papa kümmert sich – abgesehen vom Stillen – rund um die Uhr um unseren Schatz (und genießt es auch ein bisschen 😉 ) und ich erhole mich. Friseur, Jeans shoppen, chillen, Cupcakes backen, mit einem Kaffee auf dem Balkon Sonne tanken während der Papa mit Kinderwagen spazieren ist, aber auch im Anschluss an das Stillen noch ein bisschen schmusen, wenn Madame zum Kuscheln aufgelegt ist. Es hilft mir schon ungemein diesen Artikel zu schreiben, auch wenn ich anfangs nicht sicher war, ob ich ihn veröffentlichen sollte oder es in die hinterste Ecke des Tagebuchs zu kritzeln. Schließlich geht man mit Überforderung ja nicht hausieren und gibt es ungern zu. Aber dann dachte ich mir, warum nicht öffentlich ansprechen? Es geht bestimmt auch anderen Vollblut-Mamas so. Da stellt sich mir die Frage, wie die das anstellen und das Problem beheben. Vielleicht gibt es ja unter meinen Lesern ein paar Muttis oder Papis, denen es ebenso geht. Ich meine, ich war ja in keinster Weise gewalttätig, aber ich frag mich allen Ernstes, ob die kleinen Würmer nicht vielleicht doch vom Gebrüll und verbalem Wutausbruch einen Schaden davon tragen und es un(ter)bewußt auf ihr Selbstempfinden Einfluss nimmt.

Jetzt ist aber Schluss. Genug geschrieben – Puuuuuh! Während ich hier auf dem Balkon nochmal die Zeilen lese und ein wenig vor mich hin träume, merke ich, wie es mir Stück für Stück besser geht.

Der Papa ist zurück. Jetzt werden die Cupcakes probiert!

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Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag und denen, die es brauchen Starke Nerven 😉

Eure Steffi

 

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